1884 - 1948: Wie alles begann.
Am 20. April 1884 wurde unser Firmengründer Otto Glöckler im schwäbischen Neckarsulm geboren und begann, wie viele andere erfolgreiche Motorsportler dieser Pioniergeneration, seine Laufbahn als Radrennfahrer. Schon um die Jahrhundertwende kam Otto Glöckler beim damals berühmten Königsrennen zu einem dritten Platz. Der damalige Fahrrad- und Motorradhersteller NSU erkannte früh sein Talent und stattete ihn mit einem Werksmotorrad aus, mit dem er viele Gesamtsiege und Klassenerfolge feierte. Im Jahre 1911 übertrug man ihm die Leitung des Außendienstes in Frankfurt am Main. In seiner neuen Heimatstadt eröffnete Otto Glöckler 1919 einen Fahrrad- und Motorradhandel, zu dem kurze Zeit später die Vertretung der Automobilfabrik Hanomag hinzukam.

Sein Sohn Walter Glöckler erblickte am 15. Dezember 1908 in Frankfurt am Main das Licht der Welt und erbte die Liebe zum Motorsport von seinem Vater. Walter Glöckler gewann im Alter von 19 Jahren das Nürburgring-Eröffnungsrennen im Jahre 1927 in der Viertelliter-Klasse mit einem NSU-Motorrad. Da sich die Akzente in der Firma seines Vaters vom motorgetriebenen Zweirad zum Automobil immer stärker verschoben, vollzog sich Walter Glöcklers Wechsel vom Rennmotorrad zum Wettbewerbsautomobil nahezu zwangsläufig.

Die Liste der Siege und vorderen Plätze, die Walter Glöckler am Steuer von Hanomag-Sportwagen errang, ist lang. 1937 wurde er zusammen mit seinem Freund Fritz Sittig Enno Werner Freiherr von Hanstein, vielen besser bekannt als Huschke von Hanstein, dem späteren Rennleiter von Porsche, mit einem Hanomag 1,5 l auf der Marokko-Rallye nach fast 5.000 km strapaziöser und abenteuerlicher Reise internationaler Klassensieger.

Weitere Klassensiege im gleichen Jahr folgten bei den Langstreckenrennen Lüttich-Rom-Lüttich, Bodensee-Balaton und beim Großen Bergpreis von Deutschland in Freiburg.

Nachdem er im zweiten Weltkrieg als Soldat eingezogen wurde, fand er bei seiner Rückkehr nach Frankfurt im Jahre 1945 nur noch Trümmer vor. Nachdem Wideraufbau des Betriebes zählte die nun mit Volkswagen fest verbundene Firma im Jahre 1948 fast 100 Mitarbeiter. Parallel zum Wiederaufbau und Ausbau des Betriebes erkannte Walter Glöckler die enormen Wachstumspotenziale des Automobils aber auch des Rennsports, der langsam wieder zum Leben erwachte.
1949-1951: Der Glöckler Porsche Nr. 1 wird konstruiert.
Nachdem Walter Glöckler trotz seines Sieges beim klassischen „Großen Bergpreis" auf dem Feldberg im Schwarzwald mit seinem Hanomag-Sportwagen nicht ganz zufrieden gewesen war, konstruierten die beiden Tüftler Walter Glöckler und sein Kundendienstleiter Hermann Ramelow einen Rennsportwagen von außergewöhnlichem Design, mit Rohrrahmen, Teleskopdämpfern und Mittelmotor. Der Glöckler-Porsche Nr. 1. Er wurde in den ersten Monaten des Jahres 1949 gebaut. Der befreundete Karosseriebauer Weidenhausen aus Frankfurt-Sachsenhausen fertigte die Alukarosserie für den Rennwagen. „VW-Eigenbau" hatte Walter Glöckler auf die Nase seines Rennwagens malen lassen, doch auf dem Motor und auf dem markanten Heck war der Name „Porsche" eingeprägt. Mit Alkoholtreibstoff leistete der von der Familie Porsche überlassene Motor 65 PS aus 1.100 ccm Hubraum bei einer Verdichtung von 9,7 : 1. Dieser Mittelmotorrennwagen mit seiner stromlinienförmigen Aluminiumkarosserie machte auf Anhieb als „der schnellste Porsche der Welt" Furore. Am 17. März 1950 erhielten Otto und Walter Glöckler von der Familie Porsche einen der weltweit ersten Porsche Großhändlerverträge und legten damit den Grundstein für eine bis heute traditionell andauernde erfolgreiche Partnerschaft beider Familien.

Neues Jahr, neues Rennen, neues Auto: 1951 stieg Walter Glöckler mit seinem Glöckler Porsche N° 2 in die 1,5 l-Klasse auf, denn nun stand ihm ein 1.488 ccm Porschemotor des Typs 502 zur Verfügung, der - ebenfalls mit Alkoholtreibstoff - 95 PS auf die Straße brachte. Mit diesem im Rückblick erfolgreichsten Glöckler Porsche wurde Walter Glöckler 1951 Deutscher Meister. Auch bei dem Glöckler Porsche N° 2 bewährte sich die Zusammenarbeit des erfolgreichen Rennfahrers mit dem Frankfurter Karosseriebauer C.-H. Weidenhausen, der gerne mal in der Apfelweinwirtschaft Wagner in Sachsenhausen aus einem Metalltablett mit seinen riesigen Daumen einen Kotflügel formte. Ohne Dellen!

Walter Glöckler und seine Mannschaft haben sich allerhand einfallen lassen, um aus dem Glöckler Porsche N° 2 ein Erfolgsauto zu machen. Durchbohrte Leichtmetallräder mit integrierten Bremstrommeln, eine zusammenklappbare Windschutzscheibe und ein je nach Renneinsatz auf- und abnehmbares Verdeck waren die äußeren Kennzeichen dieses Rennwagens. Dieser Glöckler Porsche N° 2 sollte noch Geschichte schreiben und für Weltrekorde sorgen.
1951: Weltrekord für Walter Glöckler und seine Mannschaft vom Porsche Zentrum Frankfurt
Nachdem die Porsche Ingenieure mit höchstem Interesse den Glöckler Porsche N° 2 inspizierten, wurde er sofort in die Überlegungen um Weltrekordversuche auf dem berühmten Autodrom von Linas-Montlhéry bei Paris einbezogen, die Anfang September 1951 möglichst ohne große Vorankündigung stattfinden sollten. So stellte man bei Porsche die Weichen für das „Abenteuer Montlhéry". Für Porsche waren die Weltrekordfahrten eine Riesenchance, nicht nur die Aufmerksamkeit der Automobilausstellung in Paris auf sich zu lenken, sondern die der ganzen Automobilwelt. Porsche war bestens vorbereitet, als sich die Karawane der Begleitfahrzeuge und die Transporter mit den Weltrekordwagen in Bewegung setzten. Man wollte mit Porsche Coupés Geschwindigkeitsdauerrekorde auf den Kilometer- und Meilendistanzen und in der 72-Stundenspanne in der 1.100er und 1.500er Klasse sowie mit dem Glöckler Porsche N° 2 in der Kategorie der 1.500er Sportwagen Höchstgeschwindigkeitsrekorde aufstellen.

Fünf Fahrer waren an dieser Herausforderung beteiligt: Walter Glöckler, der Deutsche Sportwagenmeister von 1951, sein zweimaliger Vorgänger, Petermax Müller aus Hannover, wie Walter Glöckler auch einer der Pioniere der VW-Händlerschaft, Huschke von Hanstein, Hermann Ramelow, der Kundendienstleiter von Porsche Frankfurt und Richard Frankenberg, der vielseitige Journalist und Rennfahrer. Die fünf Fahrer aber auch das Bodenpersonal waren vollauf beschäftigt.

Der „Chef" Ferry Porsche verfolgte das geschehen mit Argusaugen. Porsche fuhr Rekord um Rekord ein und erzielte insgesamt 17 Weltrekorde. Doch zurück zum Glöckler Porsche N° 2: Mit einer fast beängstigenden Regelmäßigkeit spulte der Wagen aus Frankfurt Runde um Runde herunter. Schon bei der ersten Marke bei Kilometer 500 war der alte Rekord von 185,5 km/h mit 188,1 km/h deutlich übertroffen und diese drei km/h wurden bis zum Abwinken nach 6 Stunden, in denen 1.108,96 km zurückgelegt wurden, gehalten.

War das ein Jubel. Der Gratulationsparcours für den Konstrukteur und Fahrer Walter Glöckler wollte kein Ende nehmen. Die sensationellen Weltrekordfahrten des Glöckler Porsche N° 2 sprachen sich in der ganzen Welt herum. Als der Porsche- Importeur in den USA, Max Hoffmann, davon hörte, schickte er über Nacht einen Vertrauten in das Porsche Zentrum Frankfurt mit dem Auftrag, ja nicht ohne dieses Auto zurück zu kommen. Da Walter Glöckler schon wieder neue Pläne hatte, begann im Dezember 1951 die amerikanische Karriere des Glöckler Porsche N° 2 auf der Rennstrecke von Pebble-Beach in Florida.
1953: Der Glöckler Porsche Nr. 6 als Vorbild für den 550 Spyder
Der Frankfurter Automobilhändler Walter Glöckler lebte seine Passion für Automobil- und Motorradrennen in den 1950er Jahren mit dem Bau eigener Sportwagen aus. Glöckler war bereits offizieller VW-Händler, als er 1950 auch die Generalvertretung für Porsche übernahm. Nun konnte er sich technische Komponenten aus den Hersteller-Regalen nehmen und diese mit seinem eigens konstruierten Rohrrahmen-Chassis kombinieren. So entstanden zwischen 1948 und 1953 insgesamt sechs Sportwagen-Modelle. Während das Allererste von 1948 noch Hanomag-Technik besaß, wurden die folgenden Eigenbauten mit VW- und Porsche-Komponenten ausgestattet. Anfang 1953 entsteht im Auftrag des Schweizer Importeurs Hans Stanek jener Roadster, der - auch offiziell von Porsche anerkannt - als Vorbild für den 550 Spyder gelten darf. Der Konzern übernahm die Konstruktionspläne und baute die ersten Exemplare des Porsche 550.

So gipfelte die Glöckler-Reihe 1953 in Modell Nummer sechs – dem Glöckler-Porsche 1500 Super. Der damals in den Farben Rot und Weiß lackierte Rennwagen kehrte 1958 nach Frankfurt zurück und wird seitdem im Porsche Zentrum Frankfurt ausgestellt. Denn längst war man auch in Zuffenhausen aufmerksam geworden auf die leichten und erfolgreichen Rennwagen aus Frankfurt.

Fotos: Stefan Bogner
Der krönende Abschluss der Glöckler-Geschichte war allerdings Modell Nummer sieben, das einzige Coupé, das je gebaut wurde. Das Glöckler-Coupé wurde speziell für die Mille Miglia konstruiert, sollte 1954 beim Langstreckenrennen an den Start gehen – und war aus vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Schon allein die Form des Zweisitzers mit seinen fast senkrecht stehenden Scheinwerfern und zentralem Zusatzscheinwerfern, großen geschwungenen Radläufen und der eigenwilligen Heckflossenoptik war etwas ganz Besonderes. Zudem besaß der Mille-Miglia-Sportwagen bis ins Dach hineinragende Türen – vermutlich, um trotz Helm schnell ins Fahrzeug zu gelangen und wieder heraus. Die Panoramaheckscheibe, eines der außergewöhnlichsten Designelemente des Glöckler-Coupé, sorgte derweil dafür, dass den Piloten kein Verfolger entging. Schließlich waren zu der Zeit die meisten Rennwagen offen – das Coupé sollte offensichtlich keine Defizite gegen die Konkurrenz aufweisen.

Im Heck des Glöckler-Coupés saß der nagelneue Königswellen-Motor von Ernst Fuhrmann, der erst danach im Porsche 356 Carrera zum Einsatz kam und den Begriff „Carrera“ manifestierte. Bei der Mille Miglia startete Glöcklers Coupé jedoch nie. Das Auto wurde nicht reichzeitig fertig und konnte erst beim Langstreckenrennen Lüttich–Rom–Lüttich antreten. Das Team Helm Glöckler, Cousin von Walter Glöckler, und Max Nathan retteten den Wagen trotz technischer Probleme ins Ziel.

Obwohl dem Glöckler-Coupé keine erfolgreiche Rennhistorie beschieden war, ist er rückblickend in vielerlei Hinsicht eine gelungene Pointe der Glöckler-Ära – und zudem ein absolutes Einzelstück. Das Auto befindet sich heute im restaurierten Zustand, besitzt einen FIVA-Pass, eine deutsche Straßenzulassung, eine umfassend dokumentierte Historie – und steht beim Classic Driver Händler C.F. Mirbach in Anzing bei München zum Verkauf. Wer nun bedenken hat (aufgrund der verpassten Mille-Miglia-Teilnahme im Jahr 1954), mit diesem Klassiker nicht an der historischen Mille Miglia teilnehmen zu können, sollte sich entspannen – jedes Jahr bekommen außergewöhnliche Fahrzeuge ohne direktem Bezug so etwas wie eine Wildcard für die "Mille". Jede Wette, dass der Glöckler-Porsche dabei wäre.

Fotos: Stefan Bogner
1962 bis heute: Ausbau und Neubau des Porsche Zentrums Frankfurt
Als die Anzahl der Liebhaber dieser reinrassigen Sportwagen von Jahr zu Jahr kräftig wuchs, entschloss man sich 1962 zu einem Ausbau des Porsche Zentrum Frankfurts auf der Hanauer Landstraße 264. Im Laufe der nächsten Jahre stieß auch diese Immobilie an Ihre Grenzen und so wurden in den achtziger Jahren die Weichen für einen vollständigen Neubau eines eigenständigen Porsche Zentrums gestellt. Im Jahr 1990 fand der Umzug in den neu erbauten Betrieb auf der Hanauer Landstraße 220a statt.

An gleicher Stelle entsteht im Jahr 2005 das nach neuesten Vorgaben und CI-Porsche-Richtlinien erbaute Porsche Zentrum Frankfurt. Der beeindruckende Neubau wurde am 01. April 2005 - genau 55 Jahre nach Abschluss des Großhändlervertrages - seiner Bestimmung übergeben.

Seit der Gründung im Jahre 1950 steht das Porsche Zentrum Frankfurt, die Otto Glöckler Sportwagen GmbH, für Leidenschaft, Mythos und Innovation. Es befindet sich nun über 75 Jahre im Besitz der Familie Glöckler. Unseren Erfolg verdanken wir Ihnen, liebe Porsche Enthusiasten. Und damit das auch so bleibt, stehen Ihnen unser Team und ich jeden Tag aufs Neue mit der ganzen Begeisterung hochmotiviert zur Verfügung. Denn hinter einer starken Verkaufsmannschaft steht auch immer ein kundenorientierter Service. Ohne wenn und aber.